Wohnen in Tokyo
Wer nach Tokyo ziehen möchte, dem sollte klar sein, dass Platz in Tokyo kostbar ist. Wo und wie jemand lebt, hängt dabei stark von Einkommen, Beruf, Alter und Lebenssituation ab.
Man sollte sich Tokyo nicht als eine einzige gleichförmige Innenstadt vorstellen. Zwischen den einzelnen Bezirken und sogar zwischen verschiedenen Vierteln innerhalb desselben Bezirks bestehen enorme Unterschiede. Einige Gegenden sind geprägt von Bürohochhäusern und luxuriösen Apartments, andere wirken beinahe kleinstädtisch und bestehen aus schmalen Straßen, kleinen Häusern und Nachbarschaftsgeschäften.
Je weiter man sich von den besonders zentralen und beliebten Gegenden entfernt, desto eher bekommt man gewöhnlich mehr Wohnfläche für sein Geld. Deshalb ist es vollkommen normal, für Arbeit oder Studium täglich mit dem Zug zu pendeln.
Japanische Immobilienanzeigen verwenden häufig Abkürzungen, die zunächst etwas verwirrend wirken können.
Dabei steht:
R – Room
Ein einzelner Raum ohne klar abgetrennte Küche.
K – Kitchen
Eine kleine, separate Küche.
DK – Dining Kitchen
Eine Küche mit zusätzlichem Platz für einen kleinen Essbereich.
LDK – Living Dining Kitchen
Ein größerer gemeinsamer Wohn-, Ess- und Küchenbereich.
Die Zahl davor beschreibt die Anzahl zusätzlicher Zimmer.
Ein 1K besteht deshalb beispielsweise aus einem Zimmer und einer separaten kleinen Küche.
Ein 1LDK besitzt ein separates Zimmer sowie einen kombinierten Wohn-, Ess- und Küchenbereich.
Ein 2LDK besitzt zwei separate Zimmer und zusätzlich den Wohn-, Ess- und Küchenbereich.
Dabei entsprechen japanische „Zimmer“ nicht automatisch den Vorstellungen, die man von einer deutschen Wohnung hat. Gerade kleinere Apartments können ausgesprochen kompakt geschnitten sein.
Das 1R, auch One Room genannt, gehört zu den einfachsten Wohnformen.
Hier befinden sich Schlaf- und Wohnbereich sowie die kleine Küchenzeile grundsätzlich im selben Raum. Hinzu kommen Bad und Eingangsbereich.
Solche Apartments eignen sich besonders für Studenten, junge Berufstätige, Personen mit geringem Einkommen und Menschen, die gerade nach Tokyo gezogen sind.
Ein solches Zuhause kann ausgesprochen klein sein. Bett, Schreibtisch, Kleiderschrank und Fernseher – für mehr ist oftmals kein Platz mehr vorhanden.
Das 1K ist ähnlich aufgebaut, allerdings ist die Küche vom eigentlichen Wohnraum getrennt. Für alleinlebende Menschen ist ein 1K eine sehr plausible Wohnform. Die Ausstattung kann dabei stark variieren: vom älteren Apartmenthaus mit winzigem Bad bis zum modernen Neubau mit Balkon, Sicherheitssystem und Paketboxen.
Wer über ein größeres Budget verfügt oder einfach mehr Platz benötigt, kann in einem 1DK oder 1LDK wohnen. Gerade ein 1LDK bietet deutlich mehr Möglichkeiten. Das Schlafzimmer kann tatsächlich Schlafzimmer bleiben, während im Wohnbereich Sofa, Fernseher, Esstisch und Küche untergebracht werden. Für gut verdienende Singles und Paare ist diese Wohnform daher interessant. Allerdings steigt der Preis insbesondere in beliebten zentralen Gegenden schnell an.
Mehrere Schlafzimmer bedeuten in Tokyo meistens auch: mehr Geld.
Wohnungen mit zwei oder drei separaten Zimmern sind besonders für Paare, Familien oder Personen mit entsprechend hohem Einkommen interessant.
Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Die Miete hängt stark von Bezirk, Entfernung zum Bahnhof, Alter des Gebäudes, Größe, Ausstattung und Entfernung vom Zentrum ab. Ein kleines Apartment kann außerhalb der teuersten Gegenden noch vergleichsweise erschwinglich sein, während moderne Wohnungen in beliebten Vierteln problemlos ein Vielfaches kosten.
Als grobe Orientierung können kleine Singlewohnungen in den 23 Bezirken häufig irgendwo im Bereich von ungefähr 60.000 bis über 120.000 Yen pro Monat liegen. In besonders beliebten oder zentralen Gegenden können selbst kleine Wohnungen deutlich darüber liegen.
Größere und hochwertige Wohnungen können schnell 150.000, 200.000 oder 300.000 Yen monatlich kosten.
Bei Luxusimmobilien existieren nach oben praktisch keine sinnvolle Pauschale mehr.
Überall findet man ältere Apartmentgebäude, kleine Wohnhäuser und schmale Mehrfamilienhäuser zwischen modernen Neubauten. Ältere Gebäude sind häufig günstiger, können dafür aber Nachteile besitzen. Dünnere Wände, schlechtere Isolierung, kleine Küchen, ältere Badezimmer oder fehlende Aufzüge sind möglich. Ein Neubau kann dagegen beispielsweise automatische Eingangstüren, Gegensprechanlagen mit Kamera, Paketboxen und moderne Badezimmer besitzen. Und natürlich schlägt sich dieser Komfort normalerweise in der Miete nieder.
Das englische Wort Mansion besitzt in Japan eine andere Bedeutung. Wer in einer japanischen Immobilienanzeige ein Mansion entdeckt, sollte deshalb keine riesige Villa erwarten. Damit werden gewöhnlich stabilere Mehrfamilienhäuser beziehungsweise Apartmentkomplexe bezeichnet, häufig aus Stahlbeton.
Ein Apaato (アパート) bezeichnet dagegen meist kleinere und leichter gebaute Apartmenthäuser, häufig mit wenigen Stockwerken.
Mansions wirken deshalb häufig moderner und bieten eine bessere Schall- und Wärmeisolierung, können aber entsprechend teurer sein.
Dabei handelt es sich um hohe Wohngebäude mit zahlreichen Apartments. Hochwertige Gebäude können Concierge-Service, Sicherheitsbereiche, Gemeinschaftsräume, beeindruckende Aussicht und weitere Annehmlichkeiten besitzen. Besonders begehrte Wohnungen in oberen Etagen können ausgesprochen teuer sein. Hier lebt die wohlhabende Bevölkerung Tokyos wie Unternehmer, Prominente, erfolgreiche Ärzte, Führungskräfte, Erben oder andere Personen mit entsprechendem Einkommen.
Nicht jeder lebt allein. Eine beliebte Alternative kann ein Share House sein. Dabei besitzt jeder Bewohner normalerweise sein eigenes Schlafzimmer, während Küche, Wohnzimmer, Badezimmer oder andere Bereiche gemeinsam genutzt werden. Die genaue Ausstattung unterscheidet sich erheblich. Manche Häuser sind schlicht und günstig, andere modern eingerichtet und besitzen große Gemeinschaftsbereiche.
Gerade für Studenten, junge Erwachsene, Ausländer, Neuankömmlinge in Tokyo und Menschen mit kleinerem Budget kann ein Share House interessant sein.
Auch ein Erwachsener muss nicht zwingend eine eigene Wohnung besitzen. Gerade unverheiratete junge Erwachsene können weiterhin bei ihren Eltern leben. Das kann finanzielle Gründe haben, praktisch sein oder schlicht der familiären Situation entsprechen.
Ja, auch in Tokyo gibt es Einfamilienhäuser. Abseits der großen Geschäftsstraßen bestehen viele Wohnviertel sogar aus einer Mischung aus kleineren Häusern und Apartmentgebäuden. Aufgrund hoher Grundstückspreise können Häuser allerdings wesentlich kompakter wirken als in Deutschland. Grundstücke sind teilweise schmal und Gebäude stehen dicht beieinander. Statt eines großen Vorgartens gibt es vielleicht lediglich Platz für einige Pflanzen und ein Fahrrad.
Je weiter man sich vom Zentrum entfernt, desto eher werden größere Grundstücke realistisch.
Natürlich besitzt Tokyo auch eine vollkommen andere Seite.
In Gegenden wie Azabu, Aoyama, Akasaka oder Teilen von Roppongi und Shibuya befinden sich ausgesprochen hochwertige Wohnungen und Wohnhäuser.
Großzügige Grundrisse, private Dachterrassen, Concierge-Service, Tiefgaragen und beeindruckende Ausblicke sind hier möglich.
Wer dort lebt, gehört allerdings normalerweise nicht zur durchschnittlichen Einkommensklasse.
Eine Besonderheit japanischer Mietwohnungen sind die möglichen hohen Anfangskosten. Neben der ersten Monatsmiete können beispielsweise eine Kaution, Maklergebühren, Versicherungen und weitere Gebühren anfallen. Hinzu kommt bei manchen Immobilien das berüchtigte Reikin (礼金) – das sogenannte Schlüssel- beziehungsweise Dankesgeld. Dieses Geld wird dem Vermieter gezahlt und normalerweise nicht zurückerstattet. Nicht jede Wohnung verlangt heute noch Reikin, dennoch kann es weiterhin vorkommen. Der tatsächliche Einzug kann deshalb mehrere Monatsmieten auf einmal kosten.
Vermieter verlangen häufig eine Form der Absicherung. Traditionell konnte dafür ein persönlicher Bürge benötigt werden. Heute werden dafür häufig professionelle Garantieunternehmen genutzt. Der Mieter zahlt dem Unternehmen eine Gebühr und dieses übernimmt gegenüber dem Vermieter eine entsprechende Garantie.
Fast unabhängig davon, ob jemand in einem winzigen Apartment oder einem luxuriösen Haus lebt, begegnet man einem charakteristischen Bestandteil japanischer Wohnungen:
dem Genkan (玄関).
Dieser abgesenkte Eingangsbereich trennt draußen und drinnen voneinander. Hier werden die Straßenschuhe ausgezogen.
In kleinen Apartments können Bad, Waschbecken und Toilette in einer kompakten Einheit untergebracht sein. Größere oder modernere Wohnungen besitzen dagegen häufig getrennte Bereiche. Japanische Badezimmer folgen zudem oft einer anderen Logik als deutsche Badezimmer: Der eigentliche Badebereich kann vollständig nass werden. Man wäscht sich außerhalb der Badewanne und nutzt die Wanne anschließend zum Entspannen. In modernen Wohnungen können Badewannen technisch erstaunlich komfortabel ausgestattet sein – inklusive automatischer Befüllung und Temperaturregelung.
Viele Apartments besitzen einen kleinen Balkon. Dieser ist allerdings nicht automatisch als gemütliche Lounge mit Sofa und Cocktailbar gedacht. Balkone werden häufig zum Trocknen von Wäsche genutzt. Zudem können Bereiche eines Balkons Bestandteil von Fluchtwegen sein, weshalb bestimmte Stellen nicht dauerhaft zugestellt werden dürfen. Wie viel dort erlaubt ist, hängt vom jeweiligen Gebäude ab.
Regeln unterscheiden sich nach Gemeinde beziehungsweise Bezirk und legen fest, welcher Müll wann und wie entsorgt werden darf. Brennbarer Müll, nicht brennbarer Müll, Plastik, Flaschen, Dosen und größere Gegenstände können unterschiedliche Entsorgungsvorgaben besitzen. Auch Sperrmüll folgt bestimmten Regeln und kann eine vorherige Anmeldung sowie Gebühren erfordern.
Haustiere sind nicht automatisch erlaubt. Es existieren ausdrücklich tierfreundliche Wohnungen, während andere Vermieter Tiere vollständig verbieten oder Einschränkungen hinsichtlich Art, Größe oder Anzahl vorgeben. Tierfreundliche Wohnungen können zudem höhere Kosten oder zusätzliche Kautionen verlangen.
Die 23 Bezirke
Man sollte sich Tokyo nicht als eine einzige gleichförmige Innenstadt vorstellen. Zwischen den einzelnen Bezirken und sogar zwischen verschiedenen Vierteln innerhalb desselben Bezirks bestehen enorme Unterschiede. Einige Gegenden sind geprägt von Bürohochhäusern und luxuriösen Apartments, andere wirken beinahe kleinstädtisch und bestehen aus schmalen Straßen, kleinen Häusern und Nachbarschaftsgeschäften.
Je weiter man sich von den besonders zentralen und beliebten Gegenden entfernt, desto eher bekommt man gewöhnlich mehr Wohnfläche für sein Geld. Deshalb ist es vollkommen normal, für Arbeit oder Studium täglich mit dem Zug zu pendeln.
Wie groß ist eine Wohnung?
Japanische Immobilienanzeigen verwenden häufig Abkürzungen, die zunächst etwas verwirrend wirken können.
Dabei steht:
R – Room
Ein einzelner Raum ohne klar abgetrennte Küche.
K – Kitchen
Eine kleine, separate Küche.
DK – Dining Kitchen
Eine Küche mit zusätzlichem Platz für einen kleinen Essbereich.
LDK – Living Dining Kitchen
Ein größerer gemeinsamer Wohn-, Ess- und Küchenbereich.
Die Zahl davor beschreibt die Anzahl zusätzlicher Zimmer.
Ein 1K besteht deshalb beispielsweise aus einem Zimmer und einer separaten kleinen Küche.
Ein 1LDK besitzt ein separates Zimmer sowie einen kombinierten Wohn-, Ess- und Küchenbereich.
Ein 2LDK besitzt zwei separate Zimmer und zusätzlich den Wohn-, Ess- und Küchenbereich.
Dabei entsprechen japanische „Zimmer“ nicht automatisch den Vorstellungen, die man von einer deutschen Wohnung hat. Gerade kleinere Apartments können ausgesprochen kompakt geschnitten sein.
1R – das kleine Apartment
Das 1R, auch One Room genannt, gehört zu den einfachsten Wohnformen.
Hier befinden sich Schlaf- und Wohnbereich sowie die kleine Küchenzeile grundsätzlich im selben Raum. Hinzu kommen Bad und Eingangsbereich.
Solche Apartments eignen sich besonders für Studenten, junge Berufstätige, Personen mit geringem Einkommen und Menschen, die gerade nach Tokyo gezogen sind.
Ein solches Zuhause kann ausgesprochen klein sein. Bett, Schreibtisch, Kleiderschrank und Fernseher – für mehr ist oftmals kein Platz mehr vorhanden.
1K – klein, aber getrennt
Das 1K ist ähnlich aufgebaut, allerdings ist die Küche vom eigentlichen Wohnraum getrennt. Für alleinlebende Menschen ist ein 1K eine sehr plausible Wohnform. Die Ausstattung kann dabei stark variieren: vom älteren Apartmenthaus mit winzigem Bad bis zum modernen Neubau mit Balkon, Sicherheitssystem und Paketboxen.
1DK und 1LDK
Wer über ein größeres Budget verfügt oder einfach mehr Platz benötigt, kann in einem 1DK oder 1LDK wohnen. Gerade ein 1LDK bietet deutlich mehr Möglichkeiten. Das Schlafzimmer kann tatsächlich Schlafzimmer bleiben, während im Wohnbereich Sofa, Fernseher, Esstisch und Küche untergebracht werden. Für gut verdienende Singles und Paare ist diese Wohnform daher interessant. Allerdings steigt der Preis insbesondere in beliebten zentralen Gegenden schnell an.
2LDK, 3LDK und größer
Mehrere Schlafzimmer bedeuten in Tokyo meistens auch: mehr Geld.
Wohnungen mit zwei oder drei separaten Zimmern sind besonders für Paare, Familien oder Personen mit entsprechend hohem Einkommen interessant.
Wie viel kostet eine Wohnung?
Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Die Miete hängt stark von Bezirk, Entfernung zum Bahnhof, Alter des Gebäudes, Größe, Ausstattung und Entfernung vom Zentrum ab. Ein kleines Apartment kann außerhalb der teuersten Gegenden noch vergleichsweise erschwinglich sein, während moderne Wohnungen in beliebten Vierteln problemlos ein Vielfaches kosten.
Als grobe Orientierung können kleine Singlewohnungen in den 23 Bezirken häufig irgendwo im Bereich von ungefähr 60.000 bis über 120.000 Yen pro Monat liegen. In besonders beliebten oder zentralen Gegenden können selbst kleine Wohnungen deutlich darüber liegen.
Größere und hochwertige Wohnungen können schnell 150.000, 200.000 oder 300.000 Yen monatlich kosten.
Bei Luxusimmobilien existieren nach oben praktisch keine sinnvolle Pauschale mehr.
Altbau oder Neubau?
Überall findet man ältere Apartmentgebäude, kleine Wohnhäuser und schmale Mehrfamilienhäuser zwischen modernen Neubauten. Ältere Gebäude sind häufig günstiger, können dafür aber Nachteile besitzen. Dünnere Wände, schlechtere Isolierung, kleine Küchen, ältere Badezimmer oder fehlende Aufzüge sind möglich. Ein Neubau kann dagegen beispielsweise automatische Eingangstüren, Gegensprechanlagen mit Kamera, Paketboxen und moderne Badezimmer besitzen. Und natürlich schlägt sich dieser Komfort normalerweise in der Miete nieder.
Apartment oder Mansion?
Das englische Wort Mansion besitzt in Japan eine andere Bedeutung. Wer in einer japanischen Immobilienanzeige ein Mansion entdeckt, sollte deshalb keine riesige Villa erwarten. Damit werden gewöhnlich stabilere Mehrfamilienhäuser beziehungsweise Apartmentkomplexe bezeichnet, häufig aus Stahlbeton.
Ein Apaato (アパート) bezeichnet dagegen meist kleinere und leichter gebaute Apartmenthäuser, häufig mit wenigen Stockwerken.
Mansions wirken deshalb häufig moderner und bieten eine bessere Schall- und Wärmeisolierung, können aber entsprechend teurer sein.
Tower Mansions
Dabei handelt es sich um hohe Wohngebäude mit zahlreichen Apartments. Hochwertige Gebäude können Concierge-Service, Sicherheitsbereiche, Gemeinschaftsräume, beeindruckende Aussicht und weitere Annehmlichkeiten besitzen. Besonders begehrte Wohnungen in oberen Etagen können ausgesprochen teuer sein. Hier lebt die wohlhabende Bevölkerung Tokyos wie Unternehmer, Prominente, erfolgreiche Ärzte, Führungskräfte, Erben oder andere Personen mit entsprechendem Einkommen.
Share Houses
Nicht jeder lebt allein. Eine beliebte Alternative kann ein Share House sein. Dabei besitzt jeder Bewohner normalerweise sein eigenes Schlafzimmer, während Küche, Wohnzimmer, Badezimmer oder andere Bereiche gemeinsam genutzt werden. Die genaue Ausstattung unterscheidet sich erheblich. Manche Häuser sind schlicht und günstig, andere modern eingerichtet und besitzen große Gemeinschaftsbereiche.
Gerade für Studenten, junge Erwachsene, Ausländer, Neuankömmlinge in Tokyo und Menschen mit kleinerem Budget kann ein Share House interessant sein.
Bei den Eltern wohnen
Auch ein Erwachsener muss nicht zwingend eine eigene Wohnung besitzen. Gerade unverheiratete junge Erwachsene können weiterhin bei ihren Eltern leben. Das kann finanzielle Gründe haben, praktisch sein oder schlicht der familiären Situation entsprechen.
Ein eigenes Haus
Ja, auch in Tokyo gibt es Einfamilienhäuser. Abseits der großen Geschäftsstraßen bestehen viele Wohnviertel sogar aus einer Mischung aus kleineren Häusern und Apartmentgebäuden. Aufgrund hoher Grundstückspreise können Häuser allerdings wesentlich kompakter wirken als in Deutschland. Grundstücke sind teilweise schmal und Gebäude stehen dicht beieinander. Statt eines großen Vorgartens gibt es vielleicht lediglich Platz für einige Pflanzen und ein Fahrrad.
Je weiter man sich vom Zentrum entfernt, desto eher werden größere Grundstücke realistisch.
Luxuswohnen
Natürlich besitzt Tokyo auch eine vollkommen andere Seite.
In Gegenden wie Azabu, Aoyama, Akasaka oder Teilen von Roppongi und Shibuya befinden sich ausgesprochen hochwertige Wohnungen und Wohnhäuser.
Großzügige Grundrisse, private Dachterrassen, Concierge-Service, Tiefgaragen und beeindruckende Ausblicke sind hier möglich.
Wer dort lebt, gehört allerdings normalerweise nicht zur durchschnittlichen Einkommensklasse.
Was kostet der Einzug?
Eine Besonderheit japanischer Mietwohnungen sind die möglichen hohen Anfangskosten. Neben der ersten Monatsmiete können beispielsweise eine Kaution, Maklergebühren, Versicherungen und weitere Gebühren anfallen. Hinzu kommt bei manchen Immobilien das berüchtigte Reikin (礼金) – das sogenannte Schlüssel- beziehungsweise Dankesgeld. Dieses Geld wird dem Vermieter gezahlt und normalerweise nicht zurückerstattet. Nicht jede Wohnung verlangt heute noch Reikin, dennoch kann es weiterhin vorkommen. Der tatsächliche Einzug kann deshalb mehrere Monatsmieten auf einmal kosten.
Bürgschaften
Vermieter verlangen häufig eine Form der Absicherung. Traditionell konnte dafür ein persönlicher Bürge benötigt werden. Heute werden dafür häufig professionelle Garantieunternehmen genutzt. Der Mieter zahlt dem Unternehmen eine Gebühr und dieses übernimmt gegenüber dem Vermieter eine entsprechende Garantie.
Schuhe aus!
Fast unabhängig davon, ob jemand in einem winzigen Apartment oder einem luxuriösen Haus lebt, begegnet man einem charakteristischen Bestandteil japanischer Wohnungen:
dem Genkan (玄関).
Dieser abgesenkte Eingangsbereich trennt draußen und drinnen voneinander. Hier werden die Straßenschuhe ausgezogen.
Badezimmer und Toilette
In kleinen Apartments können Bad, Waschbecken und Toilette in einer kompakten Einheit untergebracht sein. Größere oder modernere Wohnungen besitzen dagegen häufig getrennte Bereiche. Japanische Badezimmer folgen zudem oft einer anderen Logik als deutsche Badezimmer: Der eigentliche Badebereich kann vollständig nass werden. Man wäscht sich außerhalb der Badewanne und nutzt die Wanne anschließend zum Entspannen. In modernen Wohnungen können Badewannen technisch erstaunlich komfortabel ausgestattet sein – inklusive automatischer Befüllung und Temperaturregelung.
Balkone
Viele Apartments besitzen einen kleinen Balkon. Dieser ist allerdings nicht automatisch als gemütliche Lounge mit Sofa und Cocktailbar gedacht. Balkone werden häufig zum Trocknen von Wäsche genutzt. Zudem können Bereiche eines Balkons Bestandteil von Fluchtwegen sein, weshalb bestimmte Stellen nicht dauerhaft zugestellt werden dürfen. Wie viel dort erlaubt ist, hängt vom jeweiligen Gebäude ab.
Mülltrennung
Regeln unterscheiden sich nach Gemeinde beziehungsweise Bezirk und legen fest, welcher Müll wann und wie entsorgt werden darf. Brennbarer Müll, nicht brennbarer Müll, Plastik, Flaschen, Dosen und größere Gegenstände können unterschiedliche Entsorgungsvorgaben besitzen. Auch Sperrmüll folgt bestimmten Regeln und kann eine vorherige Anmeldung sowie Gebühren erfordern.
Haustiere
Haustiere sind nicht automatisch erlaubt. Es existieren ausdrücklich tierfreundliche Wohnungen, während andere Vermieter Tiere vollständig verbieten oder Einschränkungen hinsichtlich Art, Größe oder Anzahl vorgeben. Tierfreundliche Wohnungen können zudem höhere Kosten oder zusätzliche Kautionen verlangen.