Med. Versorgung & Krankenhäuser
Tokyo verfügt über ein dichtes Netz aus Arztpraxen, spezialisierten Kliniken und großen Krankenhäusern. Neben kleinen Einrichtungen für alltägliche Beschwerden gibt es Universitätskliniken, spezialisierte Fachkrankenhäuser und große medizinische Zentren, die nahezu sämtliche Fachrichtungen abdecken.
Das japanische Gesundheitssystem unterscheidet sich jedoch in einigen Punkten vom deutschen System. Besonders auffällig ist, dass Patienten häufig direkt eine medizinische Einrichtung beziehungsweise Fachrichtung aufsuchen, die zu ihren Beschwerden passt.
Japan besitzt ein System der allgemeinen Krankenversicherung. Personen mit Wohnsitz in Japan müssen grundsätzlich einer öffentlichen Krankenversicherung angehören. Arbeitnehmer sind häufig über ihren Arbeitgeber versichert, während andere Einwohner beispielsweise der kommunalen National Health Insurance angehören.
Die Versicherung übernimmt jedoch nicht automatisch sämtliche Behandlungskosten. Bei versicherten Erwachsenen beträgt der reguläre Eigenanteil für von der Krankenversicherung abgedeckte Behandlungen üblicherweise 30 Prozent. Für bestimmte Altersgruppen gelten andere Eigenanteile.
Das bedeutet beispielsweise:
Kostet eine versicherte Behandlung insgesamt 10.000 Yen, bezahlt der Patient bei einem Eigenanteil von 30 Prozent normalerweise 3.000 Yen selbst.
Medizinische Versorgung ist somit nicht kostenlos, bleibt durch die Krankenversicherung jedoch erheblich günstiger.
Bei gewöhnlichen Beschwerden geht man in Japan nicht unbedingt sofort in ein großes Krankenhaus.
Überall in Tokyo befinden sich kleinere Clinics (クリニック) beziehungsweise Shinryōjo (診療所). Sie ähneln am ehesten einer Arztpraxis oder kleineren ambulanten Klinik.
Solche Einrichtungen konzentrieren sich häufig auf bestimmte Fachrichtungen und behandeln beispielsweise:
Innere Medizin, Dermatologie, Orthopädie, Gynäkologie, Kinderheilkunde, Augenheilkunde, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Psychiatrie, Zahnmedizin
Daneben existieren große Krankenhäuser mit zahlreichen Abteilungen, Operationssälen, stationären Bereichen und Notfallversorgung.
Die Grenzen unterscheiden sich damit etwas von der deutschen Vorstellung einer klassischen Hausarztpraxis und eines Krankenhauses.
In Japan besitzt die Wahl der Fachabteilung – Shinka (診療科) eine große Bedeutung. Patienten können medizinische Einrichtungen grundsätzlich selbst auswählen. Je nach Beschwerden wenden sie sich direkt an eine entsprechende Fachrichtung.
Bei unspezifischen Beschwerden kann eine Klinik für Innere oder Allgemeinmedizin zunächst die richtige Anlaufstelle sein.
Die Abläufe unterscheiden sich je nach Einrichtung. Einige Kliniken behandeln Patienten ohne vorherige Terminvereinbarung, während andere ein Termin- oder Reservierungssystem verwenden. Gerade bei größeren und spezialisierten Einrichtungen empfiehlt sich eine vorherige Überprüfung.
Beim ersten Besuch erfolgt zunächst die Anmeldung. Dort werden üblicherweise Versicherungsinformationen aufgenommen und persönliche Angaben erfasst. Häufig muss zusätzlich ein Fragebogen zu Beschwerden, Vorerkrankungen, Allergien und Medikamenten ausgefüllt werden.
Danach wartet man, bis man aufgerufen wird. Nach Untersuchung und Behandlung erfolgt normalerweise die Abrechnung an einem entsprechenden Schalter oder Automaten.
Tokyo besitzt zahlreiche große Krankenhäuser und Universitätskliniken mit hoch spezialisierten medizinischen Abteilungen.
Dort werden insbesondere komplizierte Erkrankungen, Operationen, schwere Verletzungen und Behandlungen durchgeführt, für die kleinere Kliniken nicht ausgestattet sind.
Große Krankenhäuser können beispielsweise über eigene Bereiche für: Notfallmedizin, Intensivmedizin, Onkologie, Kardiologie, Neurologie, Neurochirurgie, Herzchirurgie, Geburtshilfe, Psychiatrie, Radiologie, Transplantationsmedizin und zahlreiche weitere Fachgebiete verfügen. Einige Einrichtungen sind außerdem Lehr- und Forschungskrankenhäuser.
Nicht zwingend für jeden Arztbesuch. Patienten besitzen in Japan grundsätzlich eine relativ freie Wahl ihrer medizinischen Einrichtung. Bei größeren Krankenhäusern sieht die Situation jedoch etwas anders aus.
Das Gesundheitssystem soll kleinere Kliniken als erste Anlaufstelle und große Krankenhäuser stärker für spezialisierte beziehungsweise schwere Fälle nutzen. Deshalb kann für die Behandlung in bestimmten großen Krankenhäusern ohne Überweisung eine zusätzliche Gebühr anfallen.
Bei gewöhnlichen Beschwerden ist es daher häufig sinnvoll, zunächst eine lokale Klinik aufzusuchen. Falls eine weitergehende Untersuchung notwendig ist, kann der dortige Arzt anschließend eine Überweisung zu einem Krankenhaus oder Spezialisten ausstellen.
Medikamente erhält man in Japan entweder rezeptfrei oder auf ärztliche Verschreibung. Nach einem Arztbesuch bekommt man bei verschreibungspflichtigen Medikamenten häufig ein Rezept, das anschließend in einer Apotheke – Yakkyoku (薬局) eingelöst wird. Die Medikamente werden dort entsprechend der ärztlichen Verordnung ausgegeben.
Daneben gibt es überall in Tokyo große Drugstores – Doraggu Sutoa (ドラッグストア). Dort findet man zahlreiche rezeptfreie Medikamente gegen beispielsweise Erkältungen, Schmerzen, Magenbeschwerden oder Allergien. Drugstores verkaufen darüber hinaus häufig Kosmetik, Hygieneartikel, Getränke und andere Alltagsprodukte und sind deshalb nicht mit einer klassischen deutschen Apotheke gleichzusetzen.
Zahnarztpraxen sind in Tokyo weit verbreitet. Viele gewöhnliche zahnmedizinische Behandlungen können von der öffentlichen Krankenversicherung abgedeckt werden, wobei auch hier der entsprechende Eigenanteil bezahlt wird.
Bestimmte Materialien, kosmetische Behandlungen oder besonders hochwertige Versorgungen können dagegen nicht oder nicht vollständig von der öffentlichen Versicherung erfasst werden.
Auch psychiatrische und psychosomatische Versorgung steht zur Verfügung.
Dabei findet man unter anderem:
Psychiatry – Seishinka (精神科)
für psychiatrische Erkrankungen und deren medizinische Behandlung.
Psychosomatic/Internal Psychosomatic Medicine – Shinryō Naika (心療内科)
für Beschwerden, bei denen psychische und körperliche Faktoren eng miteinander verbunden sind.
Darüber hinaus existieren Beratungsangebote und psychotherapeutische beziehungsweise psychologische Leistungen. Allerdings ist nicht automatisch jede Form von Counseling oder Psychotherapie im gleichen Umfang von der öffentlichen Krankenversicherung abgedeckt.
Schwangere werden normalerweise regelmäßig von einer gynäkologischen beziehungsweise geburtshilflichen Einrichtung betreut.
Geburten können je nach Einrichtung in Krankenhäusern, spezialisierten Geburtskliniken oder anderen dafür vorgesehenen Einrichtungen stattfinden.
Eine Besonderheit des japanischen Systems besteht darin, dass eine normale Geburt grundsätzlich nicht einfach wie eine gewöhnliche Erkrankung über die öffentliche Krankenversicherung abgerechnet wird. Stattdessen existieren staatliche Unterstützungsleistungen zur Finanzierung der Geburt.
Kommt es dagegen zu medizinischen Komplikationen oder ist beispielsweise ein Kaiserschnitt medizinisch erforderlich, können entsprechende medizinische Leistungen unter die Krankenversicherung fallen.
Bei einem schweren medizinischen Notfall gilt in Japan die Telefonnummer:
119
Über diese Nummer werden sowohl Feuerwehr als auch Rettungsdienst erreicht.
Bei einem medizinischen Notfall sollte deutlich gemacht werden, dass ein Krankenwagen – Kyūkyūsha (救急車) – benötigt wird.
Der Rettungsdienst bringt den Patienten anschließend in eine geeignete medizinische Einrichtung.
Anders als beispielsweise in manchen Ländern wird für den eigentlichen öffentlichen Rettungswageneinsatz grundsätzlich keine normale Transportgebühr berechnet. Die anschließende medizinische Behandlung im Krankenhaus verursacht jedoch reguläre Behandlungskosten.
Nicht jedes Krankenhaus verfügt rund um die Uhr über sämtliche medizinischen Fachrichtungen. Tokyo besitzt deshalb ein abgestuftes System der Notfallversorgung. Je nach Schwere der Erkrankung oder Verletzung werden Patienten von unterschiedlichen Einrichtungen versorgt.
Bei lebensbedrohlichen Zuständen sollte unmittelbar der Rettungsdienst über 119 gerufen werden.
Bei weniger schweren Problemen außerhalb der normalen Sprechzeiten können dagegen medizinische Bereitschafts- beziehungsweise Notfalldienste und entsprechend geöffnete Kliniken infrage kommen.
Die Tokyo Fire Department bietet außerdem Hilfen zur Einschätzung, ob ein Krankenhausbesuch beziehungsweise ein Rettungswagen notwendig ist.
Eine Behandlung auf Englisch ist nicht in jeder Praxis selbstverständlich. In einer internationalen Metropole wie Tokyo gibt es allerdings zahlreiche medizinische Einrichtungen, die ausdrücklich fremdsprachige Patienten aufnehmen.
Die Stadt Tokyo führt entsprechende Listen und Informationsangebote. Je nach Einrichtung werden neben Englisch beispielsweise Chinesisch, Koreanisch und weitere Sprachen angeboten. Manche Krankenhäuser arbeiten zusätzlich mit Dolmetschern oder Übersetzungssystemen.
Die medizinische Fachsprache kann dennoch eine erhebliche Sprachbarriere darstellen.
Für ausländische Einwohner und Besucher bietet Tokyo deshalb den medizinischen Informationsdienst HIMAWARI an. Dort können unter anderem Informationen über Einrichtungen mit fremdsprachiger Unterstützung eingeholt werden. Die Beratung wird auf Englisch, Chinesisch, Koreanisch, Thai und Spanisch angeboten.
Tokyo besitzt eine große Zahl öffentlicher, privater und universitärer Krankenhäuser. Einige Einrichtungen decken ein besonders breites medizinisches Spektrum ab.
Dazu gehören beispielsweise das Tokyo Medical University Hospital in Shinjuku mit zahlreichen medizinischen und chirurgischen Fachrichtungen sowie Notfallversorgung und das Toranomon Hospital in Minato mit einem umfangreichen Angebot spezialisierter Abteilungen.
Auch die Tokyo Metropolitan Government betreibt beziehungsweise führt große Einrichtungen innerhalb des metropolitanen Versorgungssystems. Das Tokyo Metropolitan Bokutoh Hospital verfügt beispielsweise neben zahlreichen Fachabteilungen über Notfall-, Intensiv- und Critical-Care-Bereiche.
Für Kinder existieren spezialisierte Einrichtungen wie das Tokyo Metropolitan Children’s Medical Center, dessen Angebot von allgemeiner Kinderheilkunde über Kinderchirurgie und Neonatologie bis hin zu Intensivmedizin und Kinder- und Jugendpsychiatrie reicht.
Das japanische Gesundheitssystem unterscheidet sich jedoch in einigen Punkten vom deutschen System. Besonders auffällig ist, dass Patienten häufig direkt eine medizinische Einrichtung beziehungsweise Fachrichtung aufsuchen, die zu ihren Beschwerden passt.
Das japanische Gesundheitssystem
Japan besitzt ein System der allgemeinen Krankenversicherung. Personen mit Wohnsitz in Japan müssen grundsätzlich einer öffentlichen Krankenversicherung angehören. Arbeitnehmer sind häufig über ihren Arbeitgeber versichert, während andere Einwohner beispielsweise der kommunalen National Health Insurance angehören.
Die Versicherung übernimmt jedoch nicht automatisch sämtliche Behandlungskosten. Bei versicherten Erwachsenen beträgt der reguläre Eigenanteil für von der Krankenversicherung abgedeckte Behandlungen üblicherweise 30 Prozent. Für bestimmte Altersgruppen gelten andere Eigenanteile.
Das bedeutet beispielsweise:
Kostet eine versicherte Behandlung insgesamt 10.000 Yen, bezahlt der Patient bei einem Eigenanteil von 30 Prozent normalerweise 3.000 Yen selbst.
Medizinische Versorgung ist somit nicht kostenlos, bleibt durch die Krankenversicherung jedoch erheblich günstiger.
Arztpraxis, Klinik oder Krankenhaus?
Bei gewöhnlichen Beschwerden geht man in Japan nicht unbedingt sofort in ein großes Krankenhaus.
Überall in Tokyo befinden sich kleinere Clinics (クリニック) beziehungsweise Shinryōjo (診療所). Sie ähneln am ehesten einer Arztpraxis oder kleineren ambulanten Klinik.
Solche Einrichtungen konzentrieren sich häufig auf bestimmte Fachrichtungen und behandeln beispielsweise:
Innere Medizin, Dermatologie, Orthopädie, Gynäkologie, Kinderheilkunde, Augenheilkunde, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Psychiatrie, Zahnmedizin
Daneben existieren große Krankenhäuser mit zahlreichen Abteilungen, Operationssälen, stationären Bereichen und Notfallversorgung.
Die Grenzen unterscheiden sich damit etwas von der deutschen Vorstellung einer klassischen Hausarztpraxis und eines Krankenhauses.
Welcher Arzt ist der richtige?
In Japan besitzt die Wahl der Fachabteilung – Shinka (診療科) eine große Bedeutung. Patienten können medizinische Einrichtungen grundsätzlich selbst auswählen. Je nach Beschwerden wenden sie sich direkt an eine entsprechende Fachrichtung.
Bei unspezifischen Beschwerden kann eine Klinik für Innere oder Allgemeinmedizin zunächst die richtige Anlaufstelle sein.
Einen Arzt aufsuchen
Die Abläufe unterscheiden sich je nach Einrichtung. Einige Kliniken behandeln Patienten ohne vorherige Terminvereinbarung, während andere ein Termin- oder Reservierungssystem verwenden. Gerade bei größeren und spezialisierten Einrichtungen empfiehlt sich eine vorherige Überprüfung.
Beim ersten Besuch erfolgt zunächst die Anmeldung. Dort werden üblicherweise Versicherungsinformationen aufgenommen und persönliche Angaben erfasst. Häufig muss zusätzlich ein Fragebogen zu Beschwerden, Vorerkrankungen, Allergien und Medikamenten ausgefüllt werden.
Danach wartet man, bis man aufgerufen wird. Nach Untersuchung und Behandlung erfolgt normalerweise die Abrechnung an einem entsprechenden Schalter oder Automaten.
Große Krankenhäuser
Tokyo besitzt zahlreiche große Krankenhäuser und Universitätskliniken mit hoch spezialisierten medizinischen Abteilungen.
Dort werden insbesondere komplizierte Erkrankungen, Operationen, schwere Verletzungen und Behandlungen durchgeführt, für die kleinere Kliniken nicht ausgestattet sind.
Große Krankenhäuser können beispielsweise über eigene Bereiche für: Notfallmedizin, Intensivmedizin, Onkologie, Kardiologie, Neurologie, Neurochirurgie, Herzchirurgie, Geburtshilfe, Psychiatrie, Radiologie, Transplantationsmedizin und zahlreiche weitere Fachgebiete verfügen. Einige Einrichtungen sind außerdem Lehr- und Forschungskrankenhäuser.
Braucht man eine Überweisung?
Nicht zwingend für jeden Arztbesuch. Patienten besitzen in Japan grundsätzlich eine relativ freie Wahl ihrer medizinischen Einrichtung. Bei größeren Krankenhäusern sieht die Situation jedoch etwas anders aus.
Das Gesundheitssystem soll kleinere Kliniken als erste Anlaufstelle und große Krankenhäuser stärker für spezialisierte beziehungsweise schwere Fälle nutzen. Deshalb kann für die Behandlung in bestimmten großen Krankenhäusern ohne Überweisung eine zusätzliche Gebühr anfallen.
Bei gewöhnlichen Beschwerden ist es daher häufig sinnvoll, zunächst eine lokale Klinik aufzusuchen. Falls eine weitergehende Untersuchung notwendig ist, kann der dortige Arzt anschließend eine Überweisung zu einem Krankenhaus oder Spezialisten ausstellen.
Medikamente
Medikamente erhält man in Japan entweder rezeptfrei oder auf ärztliche Verschreibung. Nach einem Arztbesuch bekommt man bei verschreibungspflichtigen Medikamenten häufig ein Rezept, das anschließend in einer Apotheke – Yakkyoku (薬局) eingelöst wird. Die Medikamente werden dort entsprechend der ärztlichen Verordnung ausgegeben.
Daneben gibt es überall in Tokyo große Drugstores – Doraggu Sutoa (ドラッグストア). Dort findet man zahlreiche rezeptfreie Medikamente gegen beispielsweise Erkältungen, Schmerzen, Magenbeschwerden oder Allergien. Drugstores verkaufen darüber hinaus häufig Kosmetik, Hygieneartikel, Getränke und andere Alltagsprodukte und sind deshalb nicht mit einer klassischen deutschen Apotheke gleichzusetzen.
Zahnärzte
Zahnarztpraxen sind in Tokyo weit verbreitet. Viele gewöhnliche zahnmedizinische Behandlungen können von der öffentlichen Krankenversicherung abgedeckt werden, wobei auch hier der entsprechende Eigenanteil bezahlt wird.
Bestimmte Materialien, kosmetische Behandlungen oder besonders hochwertige Versorgungen können dagegen nicht oder nicht vollständig von der öffentlichen Versicherung erfasst werden.
Psychische Gesundheit
Auch psychiatrische und psychosomatische Versorgung steht zur Verfügung.
Dabei findet man unter anderem:
Psychiatry – Seishinka (精神科)
für psychiatrische Erkrankungen und deren medizinische Behandlung.
Psychosomatic/Internal Psychosomatic Medicine – Shinryō Naika (心療内科)
für Beschwerden, bei denen psychische und körperliche Faktoren eng miteinander verbunden sind.
Darüber hinaus existieren Beratungsangebote und psychotherapeutische beziehungsweise psychologische Leistungen. Allerdings ist nicht automatisch jede Form von Counseling oder Psychotherapie im gleichen Umfang von der öffentlichen Krankenversicherung abgedeckt.
Schwangerschaft und Geburt
Schwangere werden normalerweise regelmäßig von einer gynäkologischen beziehungsweise geburtshilflichen Einrichtung betreut.
Geburten können je nach Einrichtung in Krankenhäusern, spezialisierten Geburtskliniken oder anderen dafür vorgesehenen Einrichtungen stattfinden.
Eine Besonderheit des japanischen Systems besteht darin, dass eine normale Geburt grundsätzlich nicht einfach wie eine gewöhnliche Erkrankung über die öffentliche Krankenversicherung abgerechnet wird. Stattdessen existieren staatliche Unterstützungsleistungen zur Finanzierung der Geburt.
Kommt es dagegen zu medizinischen Komplikationen oder ist beispielsweise ein Kaiserschnitt medizinisch erforderlich, können entsprechende medizinische Leistungen unter die Krankenversicherung fallen.
Rettungswagen und medizinische Notfälle
Bei einem schweren medizinischen Notfall gilt in Japan die Telefonnummer:
119
Über diese Nummer werden sowohl Feuerwehr als auch Rettungsdienst erreicht.
Bei einem medizinischen Notfall sollte deutlich gemacht werden, dass ein Krankenwagen – Kyūkyūsha (救急車) – benötigt wird.
Der Rettungsdienst bringt den Patienten anschließend in eine geeignete medizinische Einrichtung.
Anders als beispielsweise in manchen Ländern wird für den eigentlichen öffentlichen Rettungswageneinsatz grundsätzlich keine normale Transportgebühr berechnet. Die anschließende medizinische Behandlung im Krankenhaus verursacht jedoch reguläre Behandlungskosten.
Die Notaufnahme
Nicht jedes Krankenhaus verfügt rund um die Uhr über sämtliche medizinischen Fachrichtungen. Tokyo besitzt deshalb ein abgestuftes System der Notfallversorgung. Je nach Schwere der Erkrankung oder Verletzung werden Patienten von unterschiedlichen Einrichtungen versorgt.
Bei lebensbedrohlichen Zuständen sollte unmittelbar der Rettungsdienst über 119 gerufen werden.
Bei weniger schweren Problemen außerhalb der normalen Sprechzeiten können dagegen medizinische Bereitschafts- beziehungsweise Notfalldienste und entsprechend geöffnete Kliniken infrage kommen.
Die Tokyo Fire Department bietet außerdem Hilfen zur Einschätzung, ob ein Krankenhausbesuch beziehungsweise ein Rettungswagen notwendig ist.
Englisch und andere Fremdsprachen
Eine Behandlung auf Englisch ist nicht in jeder Praxis selbstverständlich. In einer internationalen Metropole wie Tokyo gibt es allerdings zahlreiche medizinische Einrichtungen, die ausdrücklich fremdsprachige Patienten aufnehmen.
Die Stadt Tokyo führt entsprechende Listen und Informationsangebote. Je nach Einrichtung werden neben Englisch beispielsweise Chinesisch, Koreanisch und weitere Sprachen angeboten. Manche Krankenhäuser arbeiten zusätzlich mit Dolmetschern oder Übersetzungssystemen.
Die medizinische Fachsprache kann dennoch eine erhebliche Sprachbarriere darstellen.
Für ausländische Einwohner und Besucher bietet Tokyo deshalb den medizinischen Informationsdienst HIMAWARI an. Dort können unter anderem Informationen über Einrichtungen mit fremdsprachiger Unterstützung eingeholt werden. Die Beratung wird auf Englisch, Chinesisch, Koreanisch, Thai und Spanisch angeboten.
Bedeutende Krankenhäuser in Tokyo
Tokyo besitzt eine große Zahl öffentlicher, privater und universitärer Krankenhäuser. Einige Einrichtungen decken ein besonders breites medizinisches Spektrum ab.
Dazu gehören beispielsweise das Tokyo Medical University Hospital in Shinjuku mit zahlreichen medizinischen und chirurgischen Fachrichtungen sowie Notfallversorgung und das Toranomon Hospital in Minato mit einem umfangreichen Angebot spezialisierter Abteilungen.
Auch die Tokyo Metropolitan Government betreibt beziehungsweise führt große Einrichtungen innerhalb des metropolitanen Versorgungssystems. Das Tokyo Metropolitan Bokutoh Hospital verfügt beispielsweise neben zahlreichen Fachabteilungen über Notfall-, Intensiv- und Critical-Care-Bereiche.
Für Kinder existieren spezialisierte Einrichtungen wie das Tokyo Metropolitan Children’s Medical Center, dessen Angebot von allgemeiner Kinderheilkunde über Kinderchirurgie und Neonatologie bis hin zu Intensivmedizin und Kinder- und Jugendpsychiatrie reicht.