Social Media
Social Media gehört in Japan selbstverständlich zum Alltag. Besonders in einer Metropole wie Tokio werden soziale Netzwerke genutzt, um mit Freunden in Kontakt zu bleiben, Trends zu verfolgen, Restaurants zu entdecken, Fan-Communities zu pflegen oder den eigenen Alltag zu teilen. Gleichzeitig unterscheidet sich die Nutzung teilweise von dem, was man aus Deutschland oder anderen westlichen Ländern kennt.
Auffällig ist vor allem, dass Anonymität und Privatsphäre einen relativ hohen Stellenwert haben können. Nicht jeder Account trägt den echten Namen, und längst nicht jeder zeigt regelmäßig das eigene Gesicht.
LINE ist einer der wichtigsten Kommunikationsdienste in Japan. Für viele Menschen übernimmt LINE die Rolle, die andernorts WhatsApp besitzt.
Private Nachrichten, Gruppenchats, Sprach- und Videoanrufe gehören ebenso dazu wie zahlreiche weitere Funktionen. Besonders charakteristisch sind Sticker. Neben bekannten Figuren gibt es unzählige Sticker-Sets mit Charakteren, Tieren, Prominenten und Insider-Witzen.
Kontakte können über eine LINE-ID oder einen QR-Code ausgetauscht werden. Dadurch muss nicht zwangsläufig sofort die eigene Telefonnummer weitergegeben werden.
Familien besitzen Gruppen, Freundeskreise planen dort ihren Abend und Kollegen können ebenfalls über LINE miteinander kommunizieren.
Instagram ist besonders für visuelle Inhalte relevant. Mode, Cafés, Reisen, Beauty, Haustiere, Essen und alltägliche Momentaufnahmen spielen eine große Rolle.
Ein Account muss dabei keineswegs aus Selfies bestehen. Manche Profile zeigen fast ausschließlich Essen, Landschaften, Outfits oder Gegenstände. Andere Personen verdecken ihr Gesicht, fotografieren sich nur von hinten oder führen einen sorgfältig kuratierten Account, der wenig über ihr tatsächliches Privatleben verrät.
Gerade Tokio bietet dafür unendlich viele Motive: das neue Café in Shibuya, ein Outfit in Harajuku, Kirschblüten, ein Konzertbesuch oder das Essen aus einem kleinen Restaurant.
X, ehemals Twitter, besitzt in Japan weiterhin eine große Bedeutung. Die Plattform wird für Nachrichten und aktuelle Ereignisse ebenso genutzt wie für Anime, Manga, Games, Idols, Musik und andere Fandoms.
Dabei sind anonyme oder pseudonyme Accounts vollkommen gewöhnlich. Statt eines Fotos der eigenen Person kann das Profilbild eine Illustration, ein Charakter oder irgendein anderes Motiv zeigen.
Eine Person kann außerdem mehrere Accounts besitzen: einen normalen Account, einen privaten Account für Freunde und einen separaten Account für ihr Lieblingsfandom.
Dadurch muss der Online-Auftritt eines Charakters überhaupt nicht dessen Auftreten im realen Leben entsprechen.
TikTok ist insbesondere unter jüngeren Menschen relevant. Tanz, Musik, Comedy, Beauty, Mode, Essen und kurze Alltagsvideos gehören zu den typischen Inhalten.
Trends können sich von dort schnell auf Mode, Musik und Sprache auswirken. Gleichzeitig bietet die Plattform Raum für kleinere Nischen: Ein Student kann Videos über günstiges Essen in Tokio posten, während eine andere Person Make-up-Tutorials hochlädt oder ihren Alltag an der Universität zeigt.
Nicht jeder Nutzer produziert allerdings selbst Inhalte. Viele verwenden TikTok hauptsächlich zum Anschauen.
YouTube ist ebenfalls fest in der japanischen Medienlandschaft verankert. Gaming, Musik, Vlogs, Beauty, Kochen, Reisen und Unterhaltung sind nur einige der Bereiche.
Daneben spielt die VTuber-Kultur eine besondere Rolle. Creator treten dabei mit virtuellen Avataren auf, anstatt ihr tatsächliches Gesicht zu zeigen. Einige besitzen riesige Fangemeinschaften und arbeiten professionell mit Agenturen zusammen, während andere das Ganze als kleines Hobby betreiben.
Klarnamen sind auf öffentlichen Social-Media-Accounts nicht zwingend selbstverständlich. Stattdessen können Spitznamen und Usernames verwendet werden. Manche Personen vermeiden außerdem Fotos, auf denen ihr Gesicht eindeutig zu erkennen ist.
Auch Fotos mit Freunden werden nicht immer ungefragt veröffentlicht. Gesichter können beispielsweise mit Stickern verdeckt oder unkenntlich gemacht werden.
Das bedeutet natürlich nicht, dass Japaner grundsätzlich keine Selfies posten. Influencer, Models und ganz gewöhnliche Privatpersonen zeigen sich selbstverständlich ebenfalls offen im Internet. Es existiert lediglich eine große Bandbreite zwischen vollkommen öffentlichen und beinahe anonymen Accounts.
Mehrere Accounts für unterschiedliche soziale Kreise sind nichts Ungewöhnliches. Jemand könnte beispielsweise einen öffentlichen Instagram-Account besitzen, auf dem nur ästhetische Fotos erscheinen, einen privaten Account für Freunde und einen anonymen X-Account, auf dem er über sein Lieblingsidol schreibt.
Dadurch können interessante Unterschiede entstehen zwischen dem, was andere von einer Person sehen sollen, und ihrem tatsächlichen Alltag.
Auch sogenannte private oder besonders abgeschottete Nebenaccounts können für persönlichere Gedanken genutzt werden. Dort befinden sich vielleicht nur zehn enge Freunde, während der öffentliche Account mehrere tausend Follower besitzt.
Influencer und Content Creator sind auch in Japan ein etablierter Bestandteil von Werbung und Popkultur. Mode, Beauty, Reisen, Gaming, Essen und Lifestyle bieten zahlreiche Möglichkeiten, mit Social Media Geld zu verdienen.
Dabei muss eine Person nicht Millionen Follower besitzen. Auch kleinere Creator können Kooperationen mit Cafés, Modegeschäften oder Kosmetikmarken erhalten.
Bei Idols und anderen Personen aus der Unterhaltungsbranche kann Social Media stärker kontrolliert werden. Management und Agentur können Einfluss darauf haben, welche Inhalte veröffentlicht werden dürfen.
Gerade bei Idols kann das öffentliche Image wichtig sein. Ein vermeintlich harmloses Foto kann plötzlich Diskussionen auslösen, wenn Fans darin beispielsweise Hinweise auf eine heimliche Beziehung entdecken.
Dadurch entsteht eine deutliche Trennung zwischen öffentlicher Persona und Privatleben.
Auch beim Kennenlernen spielt Social Media eine Rolle. Nach einem ersten Treffen kann beispielsweise LINE ausgetauscht werden. Instagram bietet wiederum die Möglichkeit, zunächst etwas über die andere Person herauszufinden.
Dating-Apps werden ebenfalls genutzt und sind gerade in einer Stadt wie Tokio nichts Außergewöhnliches. Trotzdem hängt der Umgang damit stark von Alter, Persönlichkeit und sozialen Kreisen ab.
Auffällig ist vor allem, dass Anonymität und Privatsphäre einen relativ hohen Stellenwert haben können. Nicht jeder Account trägt den echten Namen, und längst nicht jeder zeigt regelmäßig das eigene Gesicht.
LINE – der alltägliche Messenger
LINE ist einer der wichtigsten Kommunikationsdienste in Japan. Für viele Menschen übernimmt LINE die Rolle, die andernorts WhatsApp besitzt.
Private Nachrichten, Gruppenchats, Sprach- und Videoanrufe gehören ebenso dazu wie zahlreiche weitere Funktionen. Besonders charakteristisch sind Sticker. Neben bekannten Figuren gibt es unzählige Sticker-Sets mit Charakteren, Tieren, Prominenten und Insider-Witzen.
Kontakte können über eine LINE-ID oder einen QR-Code ausgetauscht werden. Dadurch muss nicht zwangsläufig sofort die eigene Telefonnummer weitergegeben werden.
Familien besitzen Gruppen, Freundeskreise planen dort ihren Abend und Kollegen können ebenfalls über LINE miteinander kommunizieren.
Instagram – Lifestyle, Mode & Alltag
Instagram ist besonders für visuelle Inhalte relevant. Mode, Cafés, Reisen, Beauty, Haustiere, Essen und alltägliche Momentaufnahmen spielen eine große Rolle.
Ein Account muss dabei keineswegs aus Selfies bestehen. Manche Profile zeigen fast ausschließlich Essen, Landschaften, Outfits oder Gegenstände. Andere Personen verdecken ihr Gesicht, fotografieren sich nur von hinten oder führen einen sorgfältig kuratierten Account, der wenig über ihr tatsächliches Privatleben verrät.
Gerade Tokio bietet dafür unendlich viele Motive: das neue Café in Shibuya, ein Outfit in Harajuku, Kirschblüten, ein Konzertbesuch oder das Essen aus einem kleinen Restaurant.
X – schnelle Informationen und Fandoms
X, ehemals Twitter, besitzt in Japan weiterhin eine große Bedeutung. Die Plattform wird für Nachrichten und aktuelle Ereignisse ebenso genutzt wie für Anime, Manga, Games, Idols, Musik und andere Fandoms.
Dabei sind anonyme oder pseudonyme Accounts vollkommen gewöhnlich. Statt eines Fotos der eigenen Person kann das Profilbild eine Illustration, ein Charakter oder irgendein anderes Motiv zeigen.
Eine Person kann außerdem mehrere Accounts besitzen: einen normalen Account, einen privaten Account für Freunde und einen separaten Account für ihr Lieblingsfandom.
Dadurch muss der Online-Auftritt eines Charakters überhaupt nicht dessen Auftreten im realen Leben entsprechen.
TikTok – Trends und Unterhaltung
TikTok ist insbesondere unter jüngeren Menschen relevant. Tanz, Musik, Comedy, Beauty, Mode, Essen und kurze Alltagsvideos gehören zu den typischen Inhalten.
Trends können sich von dort schnell auf Mode, Musik und Sprache auswirken. Gleichzeitig bietet die Plattform Raum für kleinere Nischen: Ein Student kann Videos über günstiges Essen in Tokio posten, während eine andere Person Make-up-Tutorials hochlädt oder ihren Alltag an der Universität zeigt.
Nicht jeder Nutzer produziert allerdings selbst Inhalte. Viele verwenden TikTok hauptsächlich zum Anschauen.
YouTube – vom Hobby bis zum Beruf
YouTube ist ebenfalls fest in der japanischen Medienlandschaft verankert. Gaming, Musik, Vlogs, Beauty, Kochen, Reisen und Unterhaltung sind nur einige der Bereiche.
Daneben spielt die VTuber-Kultur eine besondere Rolle. Creator treten dabei mit virtuellen Avataren auf, anstatt ihr tatsächliches Gesicht zu zeigen. Einige besitzen riesige Fangemeinschaften und arbeiten professionell mit Agenturen zusammen, während andere das Ganze als kleines Hobby betreiben.
Privatsphäre und anonyme Accounts
Klarnamen sind auf öffentlichen Social-Media-Accounts nicht zwingend selbstverständlich. Stattdessen können Spitznamen und Usernames verwendet werden. Manche Personen vermeiden außerdem Fotos, auf denen ihr Gesicht eindeutig zu erkennen ist.
Auch Fotos mit Freunden werden nicht immer ungefragt veröffentlicht. Gesichter können beispielsweise mit Stickern verdeckt oder unkenntlich gemacht werden.
Das bedeutet natürlich nicht, dass Japaner grundsätzlich keine Selfies posten. Influencer, Models und ganz gewöhnliche Privatpersonen zeigen sich selbstverständlich ebenfalls offen im Internet. Es existiert lediglich eine große Bandbreite zwischen vollkommen öffentlichen und beinahe anonymen Accounts.
Mehrere Accounts
Mehrere Accounts für unterschiedliche soziale Kreise sind nichts Ungewöhnliches. Jemand könnte beispielsweise einen öffentlichen Instagram-Account besitzen, auf dem nur ästhetische Fotos erscheinen, einen privaten Account für Freunde und einen anonymen X-Account, auf dem er über sein Lieblingsidol schreibt.
Dadurch können interessante Unterschiede entstehen zwischen dem, was andere von einer Person sehen sollen, und ihrem tatsächlichen Alltag.
Auch sogenannte private oder besonders abgeschottete Nebenaccounts können für persönlichere Gedanken genutzt werden. Dort befinden sich vielleicht nur zehn enge Freunde, während der öffentliche Account mehrere tausend Follower besitzt.
Influencer & Content Creator
Influencer und Content Creator sind auch in Japan ein etablierter Bestandteil von Werbung und Popkultur. Mode, Beauty, Reisen, Gaming, Essen und Lifestyle bieten zahlreiche Möglichkeiten, mit Social Media Geld zu verdienen.
Dabei muss eine Person nicht Millionen Follower besitzen. Auch kleinere Creator können Kooperationen mit Cafés, Modegeschäften oder Kosmetikmarken erhalten.
Idols, Schauspieler & öffentliche Personen
Bei Idols und anderen Personen aus der Unterhaltungsbranche kann Social Media stärker kontrolliert werden. Management und Agentur können Einfluss darauf haben, welche Inhalte veröffentlicht werden dürfen.
Gerade bei Idols kann das öffentliche Image wichtig sein. Ein vermeintlich harmloses Foto kann plötzlich Diskussionen auslösen, wenn Fans darin beispielsweise Hinweise auf eine heimliche Beziehung entdecken.
Dadurch entsteht eine deutliche Trennung zwischen öffentlicher Persona und Privatleben.
Dating & Social Media
Auch beim Kennenlernen spielt Social Media eine Rolle. Nach einem ersten Treffen kann beispielsweise LINE ausgetauscht werden. Instagram bietet wiederum die Möglichkeit, zunächst etwas über die andere Person herauszufinden.
Dating-Apps werden ebenfalls genutzt und sind gerade in einer Stadt wie Tokio nichts Außergewöhnliches. Trotzdem hängt der Umgang damit stark von Alter, Persönlichkeit und sozialen Kreisen ab.